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Geschichte der Stadt Bredstedt
Eine Stadt mit langer Tradition
Bredstedt blickt auf eine bewegte Geschichte von fast 800 Jahren zurück. Von einem kleinen Ort an der Nordseeküste entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Handels-, Verwaltungs- und Bildungszentrum in Nordfriesland. Bis heute prägen historische Bauwerke, kulturelle Traditionen und die enge Verbindung zur Küstenlandschaft das Stadtbild.
Fotos: Archiv Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege e.V.
Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege e.V. /Martina Junge-Grützmacher
Die Anfänge Bredstedts
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Die Geschichte Bredstedts reicht bis ins Jahr 1231 zurück. Damals wurde der Ort erstmals im „Erdbuch“ des dänischen Königs Waldemar II. unter dem Namen „Bredhaestath“ erwähnt. Das Stadtwappen erinnert mit einer Brücke an die frühere Brücke über den Hollebek in der Hohlen Gasse.
Bredstedt am Meer
Vor den großen Eindeichungen lag Bredstedt deutlich näher an der Nordsee. Bis ins 15. Jahrhundert verfügte der Ort sogar über einen kleinen Hafen, der vermutlich im Bereich der heutigen Westerstraße lag.
Marktrechte und Entwicklung zum Flecken
Im 15. Jahrhundert gehörte Bredstedt zur Nordergoesharde und zum Kirchspiel Breklum. Im Jahr 1477 wurde der Ort zum Flecken erhoben. König Friedrich I. erlaubte 1530 die Durchführung von zwei freien Märkten pro Jahr. 1633 erhielt Bredstedt von König Christian IV. das Recht, einen wöchentlichen Markttag abzuhalten, der bis heute freitags stattfindet.
Kampf gegen das Meer
Anfang des 17. Jahrhunderts plante König Christian IV. die Eindeichung großer Flächen westlich von Bredstedt. Die Bauarbeiten begannen 1619, wurden jedoch 1625 durch eine schwere Sturmflut, den sogenannten „Blanken Hans“, zerstört. Ein weiterer Versuch scheiterte rund 100 Jahre später. Erst durch die schrittweise Eindeichung unter Leitung von Jean Henri Desmercieres konnten der Sophien-Magdalenen-Koog (1741) und der Desmerciereskoog (1767) erfolgreich gewonnen werden.
Große Brände und Kriegszerstörungen
Bredstedt wurde mehrfach von verheerenden Bränden heimgesucht. 1699 brannten auf dem Norderberg 35 Häuser nieder, 1737 weitere 20. Besonders schwer traf es die Osterstraße, wo 1858 nahezu 100 Häuser zerstört wurden. Auch am Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt Schäden durch Bombenangriffe, bei denen fünf Gebäude zerstört wurden.
Bedeutende Künstler aus Bredstedt
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Bredstedt ist die Heimat zweier bedeutender Maler. Christian Carl Magnussen (1821–1896), bekannt als „Maler der Friesen“, wurde in der Norderstraße geboren. Ebenso stammt Professor Christian Albrecht Jensen (1792–1870) aus Bredstedt. Er gilt als erster dänischer Impressionist und als einer der bedeutendsten Porträtmaler Dänemarks.
Die St. Nikolai-Kirche
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Das älteste Gebäude der Stadt ist die St. Nikolai-Kirche. Sie wurde um 1462 zunächst als kleine Kapelle errichtet und später zu einer spätgotischen Kirche erweitert. Charakteristisch ist ihr fehlender Kirchturm; stattdessen besitzt sie einen Dachreiter als Glockenturm.
Historische Gebäude
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Das älteste erhaltene private Gebäude Bredstedts ist die Apotheke am Markt 28. Sie wurde 1611 als Wohnsitz des Hardesvogten der Nordergoesharde erbaut. Trotz späterer Umbauten blieb der historische Charakter des Gebäudes erhalten.
Aufschwung im 19. Jahrhundert
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Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Bredstedt einen Bauboom. 1887 entstand der Bahnhof an der Marschbahnstrecke zwischen Hamburg und Ribe. Es folgten das Amtsgericht (1890), das Pastorat (1891) sowie das Sparkassengebäude am Markt (1893/94), das lange Zeit als Rathaus diente.
Landwirtschaftliches Zentrum Nordfrieslands
Mit der Gründung der Landwirtschaftsschule im Jahr 1893 entwickelte sich Bredstedt zu einem wichtigen Ausbildungszentrum für die Landwirtschaft. Das Schulgebäude in der Bahnhofstraße wurde 1897 errichtet und prägte über Jahrzehnte die landwirtschaftliche Ausbildung in Nordfriesland. Heute befindet sich dort das Naturzentrum.
Verleihung der Stadtrechte
Am 8. Oktober 1900 beantragte das Fleckenskollegium die Verleihung der Stadtrechte. Der Antrag wurde genehmigt, und Bredstedt durfte sich fortan offiziell „Stadt“ nennen. Damals lebten 2.356 Einwohner in 417 Häusern. Heute zählt die Stadt rund 5.800 Einwohner.
Wirtschaft und Tabakindustrie
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Neben Landwirtschaft und Handwerk spielten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwei Tabakfabriken eine wichtige wirtschaftliche Rolle: die Fabriken Gress und Preisler. Beide wurden in den 1950er Jahren geschlossen. Während das Gress’sche Haus später abgerissen wurde, blieb das ehemalige Preisler-Gebäude erhalten und wird heute für Wohnungen, Büros und kulturelle Einrichtungen genutzt.
Sanierung historischer Gebäude
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In den 1980er Jahren wurden mehrere historische Schulgebäude saniert. Die ehemalige Volksschule beherbergt heute das Nordfriisk Instituut. Die frühere Mittelschule dient als Bürgerhaus und bietet unter anderem Platz für die Bücherei, die Halligtorbühne und den Geschichtsverein.
Das Stadtmuseum
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Am 7. Mai 2022 wurde das Stadtmuseum in der Süderstraße 40 eröffnet. Es zeigt zahlreiche Exponate zur Geschichte Bredstedts und legt einen besonderen Schwerpunkt auf alte Handwerksberufe.
Jubiläen und Erinnerungskultur
Zum 100-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2000 schenkte die Spar- und Leihkasse der Stadt den „Schweinebrunnen“, der an die früheren Viehmärkte erinnert. Im Jahr 2025 feierte Bredstedt außerdem das 125-jährige Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte mit zahlreichen Veranstaltungen.
Kontakt Bredstedt
Tourist-Info Bredstedt
Markt 29
25821 Bredstedt
+49 46 71 58 57
info@nordseeurlaub.sh
www.nordseeurlaub.sh
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 8:00 - 15:00 Uhr
Samstag und Sonntag: geschlossen